Typisch Skorpion #105 – intime Atmosphäre? -

| Wie ich einen Skorpion verwöhne > In intimer Atmosphäre <

Wird doch aus der Abendeinladung etwas, sollte es kein lärmiger Popschuppen mit oberflächlichen Leuten sein. Hier wird sich der Skorpion schnell wieder verabschieden. Es darf eher melancholisch zugehen. Ein kleines Restaurant in intimer Atmosphäre, in dem gut gekocht wird. Das Licht sollte gedämpft sein, eher im Spelunken-Stil, damit er in seinem versteckten Eck die interessanten Leute im Lokal ungestört beobachten kann.
Der Skorpion selbst will nicht auffallen, sondern er spielt den Beobachter, der im geeigneten Moment ins Geschehen eingreift.

_Sternzeichen Skorpion 24.10.-22.11. (ich auch am 06.11. *grins*)

© 2005 by Tosa Verlag, Wien

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(◕‿◕) Aus der Erlebniswelt eines Kellners

| Als Kellner hat man(n) es aber auch wirklich nicht leicht.

Damentisch: 10 Damen
Herrentisch: 10 Herren

20:00 Uhr Damentisch:
Kellner: Guten Abend die Damen, was darf es denn sein?
Frau 1: Oh, ein Glas Sekt.
Frau 2: Nee, wir warten noch auf die Anderen.
Kellner: (geht)

20:03 Uhr Herrentisch:
Kellner: Servus.
Mann 1: Servus.
Kellner: Und?
Mann 1: Zehn Bier.
Kellner: (bringt Bier)
Mann 1: Was krieg´ste denn?
Kellner: 18.
Mann 1: (gibt 20) Stimmt so.
Kellner: Danke

20:10 Uhr Damentisch:
Kellner: Haben die Damen etwas gefunden?
Frau 3: Haben Sie Cola light?
Kellner: Nein.
Frau 3: Warum nicht?
Kellner: Keine Ahnung, ich bin nur der Kellner.
Frau 3: Dann nehme ich eine Apfelschorle, aber mit wenig Apfelsaft.
Frau 1: Oh, die nehme ich auch, aber bei mir können Sie mehr Saft reinmachen.
Kellner: Selbstverständlich.
Frau 5 zu Frau 2-4 und 9: Trinkt ihr auch Sekt?
Frau 2 und 9: Ja.
Frau 4: Nein, ich hab Migräne.
Frau 1: Dann nimm doch einen O-Saft.
Frau 9: Oh, ja ich will auch einen O-Saft.
Frau 4: Nee, ich nehme ein stilles Wasser.
Kellner: Haben wir leider nicht:
Frau 4: Warum nicht?
Kellner: Keine Ahnung, ich bin nur der Kellner.
Frau 4: Na gut dann nehme ich doch einen Sekt mit O-Saft:
Frau 5: Dann nehmen wir eine Flasche.
Kellner: Soll ich Ihnen dann eine kleine Flasche O-Saft dazu bringen?
Frau 5: Warum?
Kellner: Weil wir keine Flaschen fertig gemischten Sekt mit O-Saft haben.
Frau 5: Na dann lassen Sie den O-Saft weg.
Frau 9: Dann nehme ich aber noch ein Wasser dazu.
Frau 10: Ich auch.
Frau 7: Ich auch, oder? Sie haben Wirklich kein stilles Wasser?
Kellner: Nein, nur stillen Sekt. Wir nennen das in der Fachsprache Weißwein.
Frau 1-10: ????????
Kellner: (denkt: War doch klar dat die dat nich raffen) Und die anderen Damen?
Frau 3: Einen Süßgespritzten.
Frau 6: Einen Sauergespritzten.
Frau 8: Eine Cola light.
Kellner: Wir haben leider keine Cola light.
Frau 8: Warum nicht?
Kellner: KEINE AHNUNG ICH BIN NUR DER KELLNER.
Frau 8: Dann nehme ich ein Radler mit wenig Bier.
Kellner: (geht und versucht sich den Scheiß zu merken)

20:18 Uhr Herrentisch:
Mann 3: (brüllt durch den Saal) Mach noch´ne Runde!
Kellner: Jo (geht, holt zehn Bier, stellt diese Wortlos ab, während “Mann 3″ 20,- aufs Tablett legt).

20:25 Uhr Damentisch:
Kellner: (bringt die Getränke) Sooo die Damen, wer hatte denn das Radler?
Frau 1-10: Schnatter, Schnatter, Schnatter……
Kellner: WER HATTE DENN DAS RADLER?
Frau 1-10: ????????(Vollkommen überrascht, dass ein Herr mit einem Tablett vor dem Tisch steht und das Damenkollektiv ansieht).
Kellner: DAS RADLER.
Frau 7: Petra, hattest Du nicht dass Radler?
Frau 8: Oh ja; mein Radler, hihihi!
Kellner: (stellt das Radler und die anderen Getränke auf dem Tisch ab und denkt: Sollen die das Zeug doch selber verteilen).
Frau 3: Und wo ist meine Cola light?
Kellner: (atmet tief ein und wieder aus) Wir haben keine UND ICH WEISS AUCH NICHT WARUM.
Frau 3: Dann nehm ich…..
Kellner: Sie haben schon gewählt und es ist auch schon da.
Frau 3: Oh.
Frau 8: Was macht das denn?
Kellner: Zusammen oder getrennt?
Frau 8: Nur das Radler.
Kellner: 1,80 bitte. (Die Dame wühlt in der Handtasche nach dem Geldbeutel und drückt dem Kellner 2,- in die Hand. Der Kellner gibt ein 20 Cent stück zurück, worauf die Dame ein 10 Cent stück sucht um dieses dem Kellner als Trinkgeld zu überreichen).
Kellner: So, der Rest?
Frau 5: Ich zahle die hälfte vom Sekt, ein Mineralwasser und den Sauergespritzten.
Frau 2: Wieso die hälfte, wir sind doch drei, die wo Sekt trinken!
Frau 5: Oh ja stimmt, dann zwei drittel der Flasche, ein Mineralwasser und Süßgespritzten.
Frau 2: Dann zahle ich das letzte Drittel von dem Sekt.
Kellner: (rechnet angestrengt und versucht die Ruhe zu bewahren) Dann bekomme ich 7,63 von Ihnen und von Ihnen 4,33.
Frau 2: Warum haben Sie denn so unrunde Preise? Das ist doch unpraktisch.
Kellner: Das ist halt so bei einem Drittel von 13,-. Normalerweise teilen sich nicht drei Leute ein Getränk.

Die restlichen Damen zahlen in ähnlicher Weise ihre Getränke, lassen sich dabei das Rückgeld stets geben und entscheiden sich vereinzelt zu einem Trinkgeld von bis zu 20 cent. somit entsteht ein Gesamttrinkgeld von 45 Cent.

20:25 Uhr Herrentisch:
Mann 4: Mach ma´10 Bier und 10 Schnaps und was Du trinkst.
Kellner: (Nickt und holt die Getränke) Kurze Zeit später stellt er zehn Bier und elf Schnaps ab. Mit dem elften stößt er mit der Runde an.
Mann 4: Was macht das?
Kellner: 45,50
Mann 4: (gibt einen 50,- Schein) Gib mir drei raus.
Kellner: (gibt 3,-) Dank Dir.

Der Abend geht in ähnlicher Weise bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Am Herrentisch werden insgesamt zehn Runden Bier und fünf Runden Schnaps getrunken. Die Aufzählung der am Damentisch getrunkenen Getränke entfällt aus zwei Gründen:

1. Es würde den Rahmen dieser Mail sprengen.
2. Der (männlicher) Autor dieses Artikels würde beim Schreiben Kopfschmerzen bekommen.

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Typisch Skorpion #90 – Ein Abend voller Unwägbarkeiten –

Oder:
Wie ich einen Skorpion verwöhne > Ein Abend voller Unwägbarkeiten <

Einen Skorpion zu verwöhnen ist keine ganz leichte Angelegenheit. Sein Geschmack ist einem raschen Wandel unterworfen. Eine Einladung, die sie sehr gut vorbereitet haben, könnte möglicherweise im Schnellimbiss enden – der Skorpion war heute nicht für ein Edelrestauraunt aufgelegt.
Glauben Sie auch nicht, dass er Ihnen zuliebe trotzdem mitgehen würde. Nein, er sagt Ihnen, was er denkt. Und das wird dann auch umgesetzt. So einfach ist das!

Sternzeichen Skorpion 24.10.-22.11. (ich auch am 06.11. *grins*)

-▷ © 2005 by Tosa Verlag, Wien

Ich bin Kellner

Ich bin Kellner. Ich verstehe mich darauf, jedem Gast an der Nasenspitze anzusehen, ob er gut oder schlecht gelaunt ist und ich kann mich diesen Stimmungen immer prima anpassen. Ich weiß, dass manche Gäste zu cholerischen Anfällen neigen, wenn sie ihr Essen so erhalten, wie sie es bestellt haben. Die Bestellung “Wie immer” kann ich stets zweifelsfrei und ohne Verzug an die Küche weitergeben. Ohne Knoblauch, bitte. Es macht mir nichts aus, beschimpft zu werden, denn als Kellner nimmt man nichts persönlich. Außerdem ist es ja sowieso meine Schuld, wenn Sie schlechte Laune haben. Ja, ich weiß, dass “Sie Volltrottel” nur ein kleiner Scherz war, und weil Sie so witzig waren, geht das Dessert natürlich auf´s Haus. Wie immer. Ohne Sahne.

Ich habe übrigens auch die Fähigkeit, das Restaurant nach Belieben umzubauen, zu vergrößern und Tische zu schreinern. Natürlich haben wir am ersten Weihnachtstag noch einen Fenstertisch für 8 Personen frei. Welches Datum heute ist? Der 23.12., warum?

Selbstverständlich behalte ich immer den Überblick über meine Gäste. Auch wenn wir ungefähr 2000 Frühstücke haben, weiß ich immer, wann und wohin sich ein Gast umgesetzt hat. Klar finde ich es super, wenn Sie fünf Tische und fünf Gedecke für ein Frühstück benutzen. Ich mag es sehr, wenn ich Ihnen alles hinterher tragen darf. Natürlich geht das auch schneller.

Ich bin Kellner. Als solcher ist man automatisch masochistisch veranlagt. Wenn Sie ein Rinderfilet mit fünf verschiedenen Saucen (die Hollandaise und die Pfefferrahmsauce aber bitte à part), bestellen, statt Karotten lieber Spargel (erwähnte ich, dass wir Dezember haben?) hätten und es schön wäre, wenn die Bratkartoffeln einzeln ausgarniert wären, reißt mir die Küche den Kopf ab. Aber gerade das mag ich so an meinem Beruf.

Es macht mir auch gar nichts aus, die Rechnung für Ihren Tisch mit 23 Personen schnell mal zu splitten. Ich habe zwar vor dem Buchen gefragt, ob Sie getrennte Rechnungen wünschen, aber wenn Sie es sich spontan anders überlegt haben – kein Problem. Unser Kassensystem ist übrigens so alt, dass es schon die Kellner unserer Vorväter benutzt haben (und ich kann diese Keilschrift auch sehr schlecht lesen), aber da Sie alle ja im Prinzip stante pede weg müssen, beeile ich mich selbstverständlich endlich mal. Erstmal muss ich aber meinen Kassenhinkelstein hier einlesen.

Ich spreche auch alle möglichen Sprachen, doch besonders gut bin ich in nonverbaler Konversation: Naserümpfen bedeutet “Ein Steak Tatar, pikant, aber ohne Kapern, bitte.”, Grunzen heißt “Es wäre sehr freundlich, wenn Sie mir noch ein Bier bringen würden.”. Ich weiß ebenfalls, dass Sie Ihre Getränke nicht zu bezahlen brauchen, weil Sie schon seit 17 Jahren zu uns kommen. Dieses Restaurant gibt es erst seit 5 Jahren. Ich habe Sie noch nie gesehen – mein Fehler, ich weiß.

Ich bin Kellner. Ich muss immer alles wissen, können, möglichst schnell erledigen und auf jeden lustigen Scherz eingehen. Als Kellner besitze ich logischerweise einen IQ unterhalb der Zimmertemperatur.

Mein Beruf ist nur für Idealisten geeignet, doch dafür haben die meisten von uns wirklich Spaß bei der Arbeit. Vor allem übrigens dann, wenn alle anderen frei haben (außer Krankenschwestern, Taxifahrer und Totengräber). Warum auch nicht? Schließlich wird der Job super bezahlt, deshalb ist es mir auch ganz egal, ob Sie mir Trinkgeld geben oder nicht.

Ich bin gern Kellner, denn man erlebt die schönsten Dinge. Es ist schön, wenn Gäste mir erzählen, warum sie viele Möhren im Salat wünschen (ist angeblich gut gegen Hämorrhoiden) und auch an Ihren Krampfadern bin ich sehr interessiert. Es ist schön, wenn Gäste denken, dass ich taub bin für Tischgespräche, in die ich nicht involviert bin, dann erfahre ich endlich mal, wie geil der Hintern meiner Kollegin aussieht. Ich selber bin natürlich auch nicht von schlechten Eltern. Für dieses Kompliment verzichte ich gern auf mein Trinkgeld. Aber diesmal bitte mit Sahne!


“Ich bin Kellner” ist mit freundlicher Genehmigung der Site „hotelfach.de“ hier im Blog veröffentlicht. Auch zu finden unter der Site „ich-bin-kellner.de“. Vielen Dank an Alex, das ich trotz Exklusivrecht den Text veröffentlichen darf.

Hier noch einmal de Link zu dem Beitrag ICH BIN REZEPTIONIST, passen ja schon irgendwie zusammen!