Wer surft so spät durch Nacht und Netze (frei nach Goethe)

Wer surft so spät durch Nacht und Netze?
Es ist der User in wilder Hetze!
Er hält sein Windows fest im Arm,
und auch dem Modem ist schon warm.

“Mein Windows, was birgst du so bang dein Gesicht?”
Siehst, User, du das Virus nicht?
Den Trojanerkönig mit Macro und Wurm?
“Mein Windows – es ist nur ein Datensturm.”

“Betriebssystem, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte WebSites sind an dem Strand,
und auf den Servern gibts viel Tand.”

Mein User, mein User, und hörest du nicht,
was der Virus mir leise verspricht?
“Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
es piepst nur das Modem, das wieder mal spinnt.”

“Willst feines Windows, du mit mir gehn?
Mein Macro soll dich kitzeln schön,
meine Routinen werden die Bytes dir recht schütteln,
und löschen und deine Dateien gut rütteln!”

Mein User, mein User, und siehst du nicht dort
Trojaners EXE am düsteren Ort? -
“Mein Windows, mein Windows, ich sehs genau;
es glimmt doch mein alter Schirm nur so grau.”

“Ich liebe dich, mich reizt deine DLL;
und willst du gleich booten dann lösch ich dich schnell.”
Mein User, mein User, die Platte läuft an!
Trojaner hat mir ein Leid angetan!

Dem Surfer grausts, er klickt geschwind,
und in der Leitung das Bit gerinnt;
er kappt die Verbindung mit Müh und Not,
jedoch zu spät – der Bildschirm bleibt tot.

Einmal

Ein Mensch lacht nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch fühlt nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch verliert nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch schweigt nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch verheimlicht nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch betrügt nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch verletzt nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch trauert nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch weint nicht nur einmal im Leben.
Ein Mensch liebt nicht nur einmal im Leben.
Aber er stirbt – einmal.

© unbekannt

Mit der Freude zieht der Schmerz …

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.
Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.
War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder,
und kein Wunsch wird’s wenden.
Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage.
Jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte;
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

© Johann Peter Hebels

Wunder geschehen

„Wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sehn.“ Friedrich Schiller hat diese mehr auf den ersten Blick überraschende Wahrheit formuliert. Er hat in seinem Gedicht „Das Glück“ dargestellt, wie das Glück nicht durch eigene Leistung erkauft oder durch eigene Anstrengung erwirkt werden kann. Glück ist in der Tat letztlich immer Geschenk, immer ein Wunder.

Wunder kann man nicht machen.

Wunder geschehen.

Wunder überraschen uns.

Wunder stellen sich ein.

Und Wunder kommen immer vom Himmel.

Sie fallen auf uns herab. Wir können nur die Hände aufhalten, damit das Wunder nicht an uns vorüber fällt. Unsere Aufgabe ist, das Wunder des Glücks zu ergreifen, das Gott uns zuwirft.

Meine Liebe

Nie hätte ich es für möglich gehalten,
das ich noch mal den Verstand verlierte
und mich Hals über Kopf verliebte.

Nie hätte ich es für möglich gehalten,
das meine Gefühle und Empfindungen,
die ich längst vergessen glaubte,
in mir wieder aufwachten.

Es war passiert,
ich hatte versucht mich dagegen zu wehren,
aber all das längst vergessen geglaubte
wurde wieder in mir wach.

Ich hatte dich geliebt!
Und sage heute danke, dass ich das durfte!

Nun aber doch:
Manchmal sollte man gehen, wenn es am schmerzvollsten ist.
Manchmal muss man verstehen, auch wenn man es nicht kann.

Lebewohl und Alles Gute …

Hinweis: Nein, dies ist nicht persönlich in meinem Realen Leben z.Zt. – es handelt sich um den Spruch / das Gedicht!

Verlassen

Wie ein Schlag mitten in den Magen,
dieser Schmerz kaum zu ertragen,
Tränen kullern übers Gesicht,
diesen Schmerz vergisst man nicht.
Wie in Ketten angebunden,
Blut fließt aus allen Wunden,
markiert mit Narben ohne Ende,
zerkratzte Arme, zerkratzte Hände,
zerfetzte, blutbeschmierte Sachen,
nichts kann man dagegen machen.
Angekettet die Flügel der Freiheit
an der Wand der Vergessenheit,
die Ketten klauen einem den Atem.
Was kann man im Leben noch erwarten?

Gefangen im Spiegelraum,
kommt es einem vor wie in einem Alptraum.
Zerschlägt man diese Spiegel
zerbricht das Siegel!
In jeder Scherbe sieht man den Mist,
was im Leben passiert ist.
Jeder Person einzelnes Gesicht,
diese Qualen vergisst man nicht.
Jeder sieht zu wie man leidet,
jeder sieht zu wie man im Schmerz reitet.
Das Blut die Scherben verdeckt,
diese Gesichter vollkommen versteckt,
man alleine ist und sich dieses gehässige Gelächter verpisst,
man auf einmal diese Ruhe merkt
und nicht daran denkt, an das böse Werk,
erstmal sieht wie leer der Raum doch ist,
so leer wie du selber es bist.

Worte

Wie die Worte hernieder hageln,
stechen die Seele wie tausend Nadeln,
verknoten jede Zunge,
rauben die Luft aus jeder Lunge,
können erscheinen an jedem Ort,
rauben jedem Feinde das Wort,
können, das muss man erwähnen,
jeden Mund lähmen,
können, das muss man erklären,
jedes Wort erschweren,
können, man kann es nicht leugnen,
jeden geistigen willen beugen,
lassen es verschwinden – jedes Lachen,
können großes Leid erschaffen,
können jeden stürzen – in einen Leidenskreis,
doch hat das seinen Preis,
geht mit jedem dieser Worte ein Stück Seele verloren,
ist mit jedem dieser Worte ein Teil im innersten gestorben,
so passiert es, dass es einen von innen her leert,
doch einigen ist es das gewiss Wert,
denn eines bergen diese Worte: große Macht,
doch ist es jedes Mal das Dunkel welches erwacht,
diese Worte können beherrschen und kontrollieren,
man kann sich in ihnen verlieren,
sie beginnen den Verstand zu verwirren,
man kann sich in ihnen verirren,
bis sie schließlich das tun was sie niemals sollen:
sie übernehmen die Kontrolle.