Sterilisation beim Mann – Ein befreiender Einschnitt

Die Sterilisation als Angriff auf die Männlichkeit. Und die Lust geht flöten: Ein Irrglaube, der sich bis heute in manchen Männerköpfen festgesetzt hat. Obwohl die Vasektomie eine der sichersten Methoden ist, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, entscheiden sich nach wie vor relativ wenige Männer für den Eingriff.

Einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes zufolge liegt diese Verhütungsmethode nur auf Platz fünf. Die Statistik führt die Pille an – gefolgt von Kondomen und der Spirale. Auf Platz vier hingegen rangiert die Sterilisation der Frau, die im Vergleich zur Vasektomie deutlich aufwendiger und gefährlicher ist.

Diese unberechtigte Angst wollen Ärzte nun den Männern nehmen. «Diese Bedenken sind absolut unnötig», stellt Dr. Reinhold Schaefer klar. Der Urologe ist Ärztlicher Geschäftsführer der Uro-GmbH Nordrhein, einem Zusammenschluss von niedergelassenen Urologen.

Bei der Sterilisation würden, so erklärt der Experte, lediglich die Samenleiter durchtrennt. Das heißt: Die Spermien sind weg, die Samenflüssigkeit bleibt. «Es findet aber nach wie vor eine Ejakulation statt», betont Schaefer. «Auch die Lust auf Sex, Erektion und jede andere Form der körperlichen Entfaltung bleiben erhalten.»

Nach einer halben Stunde ist alles vorbei

Nicht einmal der Eingriff selbst sei bei nüchterner Betrachtung der Rede wert: In der Regel führten Urologen diesen ambulant mit örtlicher Betäubung durch. Bereits nach einer halben Stunde könnten die Patienten wieder nach Hause und müssten sich allenfalls zwei bis drei Tage etwas schonen. Und Schaefer beruhigt: «Schwere Komplikationen kommen so gut wie nicht vor.» In seltensten Fällen treten Blutergüsse oder leichte Wundinfektionen auf, die sich aber gut behandeln lassen und schnell wieder abklingen.

Vielmehr sollten sich die Männer grundlegende Gedanken vor dem Eingriff machen. Denn dieser ist auf eine dauerhafte Unfruchtbarkeit ausgelegt. Deshalb sollte Mann seine persönliche Ausgangslage berücksichtigen – beispielsweise, ob eine neue Partnerin ins Leben tritt, die Kinder haben will oder ein späterer Kinderwunsch auftritt.

Zwar könnte man laut Schaefer die Sterilisation theoretisch rückgängig machen. Das heißt, den durchtrennten Samenleiter mikrochirurgisch wieder zusammenflicken. Je länger die Sterilisation zurückliegt, desto geringer seien allerdings die Chancen, die volle Fruchtbarkeit wieder herzustellen.

Der Druck fällt ab

Zudem kommt es gelegentlich vor, dass Männer nach der Sterilisation unter Erektionsstörungen leiden. «Diese gehen aber allein auf die seelische Verarbeitung des Eingriffs zurück und haben nichts mit der Operation an sich zu tun», beruhigt der Urologe. Einer Studie zufolge beurteilen die Mehrheit der Männer ihre Lebensqualität und ihr Sexualleben vier Jahre nach dem Eingriff als unverändert oder sogar besser. Begründung: Weil die Angst vor unerwünschten Schwangerschaften wegfällt und sich die körperliche Lust frei entfalten kann.

Einziger Wermutstropfen der Operation: Die Patienten müssen den Eingriff seit 2004 aus der eigenen Tasche bezahlen. Im Schnitt können Kosten von rund 400 Euro entstehen. Nur wenn eine Sterilisation aus Krankheitsgründen notwendig wird, zahlt die Krankenkasse.

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Die zehn beliebtesten Sex-Ausreden der Männer

Die Hauptprobleme männlicher Sexualität sind Erektionsstörungen und vorzeitige Ejakulation. Deshalb tritt die Lustlosigkeit in den Hintergrund. Sie scheint kein wirkliches Problem, aber unmännlich und unnatürlich zu sein.

Das Problem lustloser Mann

«Wir beobachten immer mehr Männer, die keine Lust auf Sex haben», verrät Reinhardt Kleber vom Institut für Sexualforschung an der Universitätsklinik Hamburg. In den Sprechstunden der Sexualklinik beklagten Mitte der 1970er Jahre nur vier Prozent der männlichen Patienten ihre Unlust, 2002 waren es schon 20 Prozent.

Lustlosigkeit bei Männern nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Bei den 75-Jährigen berichten mehr als die Hälfte von sexueller Unlust. Dabei stehen körperliche Faktoren im Vordergrund. Bei jüngeren Männern bis 45 Jahren ist die sexuelle Appetitlosigkeit häufig eine Reaktion auf Orgasmus- oder Erektionsstörungen.

Auch unterdrückte Wünsche nach gesellschaftlich verbotenen oder nicht akzeptierten sexuellen Vorlieben, massive Sexualängste, sexuelle Orientierungs- oder Gewissenskonflikte kommen als Ursache in Frage.

Seine liebsten Ausreden

Lustlosigkeit wird ungern eingestanden. Um sich dem Sex zu entziehen, kommen Männern eher alle erdenklichen Ausreden in den Sinn. Am häufigsten versuchen sie sich dem Sex mit folgenden Begründungen zu entziehen:

37 Prozent jammern, dass sie am nächsten Morgen früh aufstehen müssen.

35 Prozent entschuldigen sich mit dem Stress im Büro, der ihnen übel mitspielt.

28 Prozent der Lustlosen gestehen, dass sie mit ihren Gedanken woanders sind.

23 Prozent behaupten, sie fühlten sich nicht wohl.

23 Prozent klagen über Rückenschmerzen.

19 Prozent erklären sich nicht weiter, aber beschweren sich, dass Frauen eben immer könnten, Männer aber nicht.

19 Prozent behaupten, sie würden die Partnerin nicht mit ihrer Erkältung anstecken wollen.

17 Prozent gestehen, dass sie noch nicht über die Ex-Freundin hinweg sind.

14 Prozent behaupten einer neuen Partnerin gegenüber, dass sie verheiratet sind.

8 Prozent haben (angeblich) ein Keuschheitsgelübde abgelegt.

Das sind zumindest die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage durch Anson Marketing.

Zurück zum Glück

Wenn das Gespräch mit der Partnerin nichts mehr bringt, suchen Sie einen Arzt (Urologen, Andrologen) auf und schildern sie ihm Ihre Beschwerden. Wichtig sind auch die Befunde der labormedizinischen Untersuchung. So wird versucht, die Sexualstörung näher einzugrenzen. Von ihnen hängt die Therapie ab.

Ein Hormonmangel oder -überschuss lässt sich medikamentös behandeln. Bei Nebenwirkungen von Medikamenten hilft oftmals schon ein Wechsel des Präparats.

Liegt eine seelische Ursache vor, hilft nur eine Therapie, die auf die persönlichen Probleme und Bedürfnisse, aber auch auf Bereitschaft und Offenheit des Mannes abgestimmt ist.

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