S-Bahn Berlin will sich gar nicht helfen lassen

| Kaputte Wagen, vereiste Weichen. Die S-Bahn kommt einfach nicht ins Rollen. Ein hausgemachtes Problem, durch Bockigkeit und Sturheit der Bahn-Bosse.

Sagt Professor Dr. Markus Hecht, Experte für Schienenfahrzeug-Technik. Er erklärt im KURIER, warum das so ist.

“Die S-Bahn will sich nicht helfen lassen. Es gäbe viele Möglichkeiten, das Dilemma zu beenden.” Rumms. Hecht erklärt den Irrsinn: “Es gibt in Berlins näherer Umgebung fünf, im Großraum sogar 20 Werke, die ohne Probleme S-Bahnen reparieren könnten. Diese werden aber nicht gefragt, einfach ignoriert.” Bislang heißt es von S-Bahn-Seite aber, die eigenen Werkstätten kämen mit den Nachbesserungen nicht nach. Doch Ausweichmöglichkeiten fallen aber scheinbar unbeachtet unter den Tisch.

Dabei wäre es so einfach, Wagen beispielsweise in Delitzsch bei Leipzig reparieren zu lassen. Dort schickt selbst die irische Stadt Dublin ihre Wagen hin. “In Berlin aber gilt: Wir können das allein”, sagt der Bahnberater.

Noch unverständlicher: Die S-Bahn versäumt nicht nur, selbst nach Lösungen zu suchen. Nein, sie lehnt Hilfsangebote sogar ab. In Tiergarten sitzt das Fraunhofer-Institut MRO. Hier gibt es mehr als 100 technische und wissenschaftliche Experten für Schienenfahrzeuge. Hecht: “Sie sind mehrfach bei der S-Bahn vorstellig geworden, wollten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Bahn-Antwort: Wir brauchen euch nicht!”. Was das MRO kann, zeigt es in der Schweiz. “Die Fraunhofer-Experten arbeiten dort mit dem Verkehrsunternehmen zusammen. Die haben bedeutend schwierigere Bedingungen, funktionieren aber dramatisch besser. Deren Pünktlichkeit wurde trotz Winter auf 99 Prozent gesteigert.”

Professor Hechts Forderung: Es muss ein 20-köpfiges Expertenteam her, “das zwei Monate in Vorstand und mittlerer Ebene mitarbeitet. Danach findet ein grüner Tisch statt und in drei Monaten läuft alles wieder wie geschmiert.” Wenn da nur nicht die sturen S-Bahn-Bosse wären…

Quelle: Berliner Kurier, 06.01.2011 | Bahnberater packt aus, S-Bahn will sich gar nicht helfen lassen

07.01.2011 Steffen030 |

Chaos S-Bahn Berlin Hasser

| Mein Tipp zum Jahreswechsel.

Die Facebookseite “Chaos S-Bahn Berlin Hasser” wird mein Tipp zum Jahreswechsel sein. Du bist Berliner und bist genauso sauer auf die S-Bahn Berlin, dann werde doch Fan. Denkt einfach mal daran, dass die Fahrpreise ab 1.1.11 auch noch erhöht werden und der Zugverkehr ab Januar 2011 auch nochmal ausgedünnt wird. Das passt doch alles nicht zusammen.

Und dann das noch:

„[…] Ab Sonntagmorgen werden die S-Bahnzüge dann noch einmal auf 200 reduziert. Am Donnerstag waren von den insgesamt 550 Zügen 228 im Einsatz. Zudem wird es ab Sonntag in den sogenannten Außenästen Einschränkungen geben. Die Streckenabschnitte Strausberg-Strausberg Nord, Spandau-Westkreuz, Wartenberg-Springpfuhl und Hennigsdorf-Schönholz „können ab diesem Zeitpunkt vorübergehend nicht bedient werden“, wie der Sprecher mitteilte. Zwischen Hennigsdorf, Tegel und Wilhelmsruh sowie zwischen Strausberg und Strausberg Nord würden stattdessen Busse fahren. […]“

Quelle: BZ, S-Bahn-Kollaps, S-Bahn 2011: kaum noch (in)Takt
Bildquelle: Facebookseite, Chaos S-Bahn Berlin Hasser

31.12.2010 Steffen030 |

S-Bahn _ Berlin vs. München

| Die BZ hat es schön geschrieben. “München hat mehr Strecke, mehr Schnee, weniger Personal. Doch anders als in Berlin fährt die S-Bahn.”

Jetzt ist Schluss mit lustig! Nach den DDR-Vergleichen gucken wir heute mal in die bayerische Hauptstadt. Und dort rollt alles!

Schnee und Frost machen Berlins S-Bahn immer mehr zu einer Schönwetter-Mitfahrgelegenheit. Ein Vergleich mit München zeigt: Dort fährt im Winter alles nach Fahrplan. Die Fakten:

► In der bayerischen Landeshauptstadt fällt im Schnitt an 37 Tagen Schnee, das sind elf mehr als in Berlin.

► Auch der Frost kommt früher und geht später, denn München liegt 500 Meter höher. Trotzdem gibt es dort weniger Ausfälle. Nur zehn von 238 Münchner S-Bahn-Zügen sind in der Werkstatt. In Berlin sind derzeit 60 von 140 Zügen nicht einsatzbereit!

► Das Streckennetz der S-Bahn in und um München ist mit 442 Kilometern 110 Kilometer länger als das in Berlin.

► Berlin hat mehr Fahrgäste (täglich 1,2 Millionen) als München mit 800.000.

► Die Bayern bekommen den fast störungsfreien Verkehr mit 1005 Beschäftigten auf die Schiene. In Berlin schaffen dies 2947 Beschäftigte nicht einmal annähernd.

Woran liegt das? In München werden alle Weichen beheizt. Außerdem fahren die Bayern mit modernen Zügen, die erst seit 1998 gebaut werden. Die Berliner S-Bahner hingegen fahren mit vergleichsweise alten Zügen aus den 80er Jahren.

Wo hakt es in München? „Unser großes Problem ist der City-Tunnel, durch den alle Bahnen müssen“, sagt Beate Brennauer vom Münchner Verkehrsverbund MVV. „Wenn es dort eine Störung gibt, dann steht halb München.“ Sonst aber laufe der Nahverkehr reibungslos.

Im Gegensatz zu Berlin. Auch in den nächsten Tagen sind nur 80 Züge einsatzbereit. S-Bahnsprecher Burkhard Ahlert: „Anfang nächster Woche wollen wir zum Fahrplan vor dem Winter-Einbruch mit 104 Zügen zurückkehren.“

Das ist allerdings eine Rechnung ohne das Wetter…

© BZ Berlin | S-Bahn-Frust – S-Bahn: Berlin grollt, München rollt
© Grafik S-Bahn via Site Spreeradio 105.5

09.12.2010 Steffen030 |

S-Bahn Berlin – so schön kann Winter sein

| Es wird Winter und die S-Bahn Berlin geht wieder ins Chaos. „Die S-Bahn schafft es nicht.“ – so Senatorin Ingeborg Junge-Reyer

Ich persönlich kann es nicht mehr nachvollziehen mit der S-Bahn Berlin. Es wird Winter , paar Grad Minus und Schneefall – und die S-Bahn geht erneut ins Chaos, ab Montag 6.12.10 fährt die S-Bahn wieder im ausgedünnten Takt. Damit fährt die S-Bahn mal wieder in der Hauptstadt im 20 Minuten Takt und du denkst du bist irgendwo auf dem Lande. Witterungsbedingt wie die S-Bahn betont. *hahaha* Warum sind die nicht in der Lage endlich mal einen normalen Fahrplan anzubieten? Schließlich muss ich als Kunde doch auch 100% mein Ticket zahlen, aber für was? Die S-Bahn bringt auch keine 100%!

Schmunzeln muss ich bei den Entschuldigungsleistungen. Da präsentiert die S-Bahn ganz stolz auf Ihrer Homepage dass die Einzeltickets am Weekend im November und Dezember 2010 als Tageskarte Gültigkeit haben und dann muss man sich schon fragen ob es nicht sinnvoll wäre da die Leistung zu bringen, die man auch erwartet. Nun müsste sich die S-Bahn ja schon wieder für die Entschuldigung Entschuldigen weil sie es eben nicht gepackt haben „normal“ zu sein.

Was mich am meisten stört, ist, das man immer wieder um Entschuldigung bittet, das ist doch seitens der S-Bahn sicherlich nicht mehr ernst gemeint. Da können Sie auch das ganze Jahr auf Ihrer Seite „Entschuldigung“ schreiben.

Die S-Bahn Berlin schreibt auf Ihrer Homepage:

Durch die witterungsbedingten Weichenstörungen vom vergangenen Donnerstag, konnten viele Züge nicht in die Abstellanlagen und Werke gebracht werden, um die umfangreichen Fristarbeiten, unter anderem die tägliche Prüfung der Sandstreueinrichtungen, durchzuführen.
Ein erheblicher Rückstau bei der Durchführung zwingend vorgeschriebener Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ist die Folge und damit kann die S-Bahn Teile ihrer Fahrzeugflotte nicht einsetzen.
Trotz zusätzlichem Personaleinsatz und Ausweitung der betriebsnahen Werkstattkapazitäten, auch auf die Hauptwerkstatt Schöneweide und die Werkstatt in Erkner, kann der Fahrzeug-Rückstau nur über mehrere Tage abgearbeitet werden. Für die daraus resultierenden Betriebseinschränkungen in den nächsten Tagen bittet die S-Bahn ihre Kunden ausdrücklich um Entschuldigung.

Die bz-berlin schreibt: S-Bahn-Nerv, Wartungs-Stau: S-Bahn-Chaos droht
Die taz schreibt: S-Bahn steckt im Schnee fest

05.12.2010 Steffen030 |

Wenn die Berliner S-Bahn ihr Versprechen bricht.

Eigentlich hätte man damit rechnen können, dass die Berliner S-Bahn nicht wie angekündigt im Dezember 2009 den vollen Betrieb aufnimmt. Aber die S-Bahn war eben der Meinung, dass sie dieses schaffen. Man hat es aber im Internet und überall sonst auch lesen können, das die meisten der Meinung waren, das schaffen sie nicht. Und man hatte Recht.

Das gute daran ist wohl, das die Betriebserlaubnis erstmal nur für ein weiteres Jahr vergeben wurde. Ich persönlich finde die Entscheidung ganz gut.

Die aktuellsten Schlagzeilen vom 22.12.2009 zum Thema S-Bahn Berlin sehen so aus:

-▷In der BZ steht „Vertrauen weg, S-Bahn-Betrieb nur für 1 Jahr genehmigt“

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat nur noch eingeschränktes Vertrauen zur Berliner S-Bahn. Angesichts der anhaltenden Pannen hat die Bonner Behörde die Betriebsgenehmigung für die S-Bahn nur um ein Jahr verlängert. Möglich wäre ein Zeitraum bis zu 15 Jahren gewesen, wie das EBA am Dienstag mitteilte. „Vor dem Hintergrund der im Jahr 2009 aufgetretenen Sicherheitsprobleme bei der Berliner S-Bahn ist es dem EBA nicht möglich, die Betriebsgenehmigung längerfristig zu erteilen“, hieß es. […]

-▷ Am 21.12.2009 schreibt die BZ schon „S-Bahn-Chaos, Berliner S-Bahn eiskalt erwischt“

Schnee und Eis machen der Berliner S-Bahn wieder zu schaffen. Wegen witterungsbedingter Störungen etwa an Türen oder der Elektronik mussten nach Bahnangaben einzelne Wagen aus dem Berufsverkehr in die Werkstatt. Weil die Fahrzeugreserven aufgebraucht sind, verordnete die S-Bahn-Leitung auf einzelnen Linien Einschränkungen. […]

-▷ Berlin für Insider schreibt „S-Bahn wieder eingeschränkt unterwegs in Berlin“

Ein paar Minusgrade in der deutschen Hauptstadt und schon verkehrt die Berliner S-Bahn nur noch eingeschränkt. Heute blieben zahlreiche Wagen stehen und dies bei sowieso noch laufendem Notfallfahrplan. VBB Chef Hans-Werner Franz hat nur noch bedingt Verständnis dafür.

Die derzeit herrschenden Minusgrade zwingen noch weitere S-Bahnzüge auf das Abstellgleis. Erneut müssen die Fahrgäste empfindliche Einschränkungen hinnehmen. 368 Viertelzüge sind zur Zeit im Einsatz, das sind 61 Viertelzüge weniger als im aktuellen Notfahrplan geplant. Zudem wird heute ohne Betriebsreserve gefahren. Nicht nur die Fahrgäste der S-Bahn sind seit knapp einem Jahr von der S­Bahn-Krise betroffen, auch die Belegschaft der S-Bahn Berlin GmbH steht unter permanentem Stress. Ein Ende der Krisensituation bei der Berliner S-Bahn ist nicht absehbar.

Die S-Bahn Berlin GmbH musste erneut ihr Angebot deutlich reduzieren. Probleme machen die frostigen Temperaturen und die notwendigen Prüfungs- und Wartungsfristen.

Für den Betrieb stehen heute nur noch 368 Viertelzüge zur Verfügung. Notwendig für den geplanten Notfahrplan wären 429 Viertelzüge. Eine Rückkehr zu einem Normalfahrplan ist für lange Zeit nicht möglich. […]

S-Bahn Chaos in Berlin. Wie sind die Entschädigungen?

FragezeichenWas haben wir dieses Jahr schon alles um das S-Bahn Chaos gelesen und was haben die Berliner durch gemacht. Heute habe ich in der BZ Berlin gelesen, wie die Entschädigungen für dieses Chaos sind. Dort kann man auch lesen, das schon 25 000 Berliner ihre Entschädigung geholt haben. So, wer bekommt denn noch was ab von diesem großen Kuchen?


✔ Der Fahrpreis für den Monat Dezember 2009 wird Stammkunden vollständig erstattet. Jahres-Abo-Kunden, bei denen der Fahrpreis monatlich oder jährlich abgebucht wird, bekommen ihr Geld auf das Konto zurückgebucht.

✔ Wer seine Jahreskarte in Bar oder mit Kreditkarte bezahlt hat, bekommt das Geld am Schalter zurück.

✔ Zudem können Besitzer gleitender Monatskarten (flexibles Anfangsdatum) sieben Tage lang gratis fahren.

✔ Besitzer fester Monatkarten (Start: 1. Dez. 2009) bekommen 15 Euro für ihre Karte erstattet.

✔ Auch für Studenten soll es einen Monat freie geben. Hierzu findet gerade eine Abstimmung mit einzelnen Universitäten statt.

✔ Einzelfahrausweise gelten an allen Adventswochenenden 2009 als Tagesfahrscheine.

11.09.2009: Neues vom S-Bahn Chaos in Berlin (Es tut ihm leid.)

Wieder eine Menge passiert in zwei Tagen – aber ich möchte nicht alles wiederholen wollen. Nur heute das wichtigste. Eben bei der S-Bahn Berlin auf der Seite entdeckt, eine Stellungsnahme bzw. „offene“ Worte von Peter Buchner, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH. Glaubt man denen bei der S-Bahn überhaupt noch? Ich weiß nicht. Ich hatte gestern das Vergnügen beim Kundencenter anrufen zu dürfen, weil ich einen Gast hatte, der mit der S-Bahn fahren wollte und ich dem das erklären musste, das sie nicht fährt weil die ein Aua hat. Dennoch schreibe ich bzw. wir in unserem Unternehmen Service groß und somit musste ich im Kundencenter der S-Bahn anrufen. Am Ende habe ich nur gedacht, oje, einerseits war der Mitarbeiter dort freundlich, aber eine Route für meinen Gast konnte er auch nicht wirklich sagen, es war unnormal wie der Mitarbeiter der S-Bahn meinen Gast fahren lassen wollte. Am Ende fand ich eine Verbindung alleine raus und die war so easy, das ich hoffe mein Gast kommt gut an. Ich verstehe es einfach nicht, wie die Bahn so arbeiten kann.

Gestern hast du den Eintrag vermisst zum S-Bahn Chaos in Berlin. Ich habe alle meine Infos & Meinungen dazu getwittert, wenn du magst folge mir doch da. Hier meine Infos zur S-Bahn vom 10.09.2009:


@danielbaer, die laufen auch in #Berlin rum, weil sie keine #SBahn fahren koennen ;o)


10.09.2009 / ca. 13:07 Uhr


Manche Gaeste koenne aber auch komische Fragen zu der #SBahn in Berlin stellen. Bin ick die Kundenbetreuung? #SBahn kotzt mich nur noch an.


10.09.2009 / ca. 17:10 Uhr


Bastelstunde, wie bastel ick mir ne #SBahn die auch faehrt, der Gast versteht mich nicht, das die #SBahn in Berlin ein Aua hat.


10.09.2009 / ca. 19:20 Uhr


Man staune ja Baukloetzer, eben musste ich im S-Bahn Kundencenter anrufen fuer einen Gast. Man sind die Nett im Kundencenter. *staun* #SBahn


10.09.2009 / ca. 21:30 Uhr


@BrabaxBln, ok kann sein, waere ich boese gewesen, waere er das dann auch? Gute Frage. Aber testen will ick das jetzt nicht. ;o) #SBahn


10.09.2009 / ca. 21:32 Uhr


TOP Themen im Blog vom 10.09.09: Tipps zum Onaniern | #SBahnChaos vom 09.09.2009 | Freunde sind wie Sterne »»
http://blog.steffenhacker.de


10.09.2009 / ca. 22:00 Uhr

Und möchte ich noch schnell den aktuellsten Link vom heutigen Tage einfügen, damit auch der letzte Berliner die Worte vom Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH lesen kann.

-▷ S-Bahn Berlin GmbH _ Liebe Fahrgäste,

Sehr geehrte Fahrgäste,

wir haben Sie enttäuscht. Noch bis vor wenigen Tagen waren wir S-Bahner selbst fest davon überzeugt, ein gewaltiges Stück der Durststrecke bewältigt zu haben. Tatsächlich haben wir nun einen herben Rückschlag erlitten, der nicht vorhersehbar war.

Mir tut das außerordentlich leid. Ihnen, unseren Fahrgästen gegenüber, die nach langen Wochen der Einschränkungen anerkannt haben, dass sich die Leistungsfähigkeit der S-Bahn langsam verbesserte. Und auch für unsere Mitarbeiter, die wochenlang unter Hochdruck daran gearbeitet haben, die Situation in den Griff zu bekommen. Die Ernüchterung ist bei allen groß. Ich weiß, dass vielen längst das Verständnis für die Situation fehlt.

Am vergangenen Montag war eine Entscheidung zu treffen, die nicht leicht war, die aber keinen Ermessensspielraum zuließ. Bei zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen an Fahrzeugen der Baureihe 481 wurden an einem Wagen vier auffällige Bremszylinder festgestellt. Dies ließ uns nur eine Wahl: Vorübergehende Stilllegung aller Wagen mit einer bestimmten Kilometerleistung – zur Sicherheit unserer Fahrgäste und unserer Mitarbeiter. Es gab keine Zeit, Informationen zu den neuerlichen Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr umfassend vorzubereiten. Wir haben die Möglichkeiten des schnellen Internets und alle verfügbaren Medien wie Hörfunk und Fernsehen genutzt. Derzeit vervollständigen wir die Aushänge auf den Bahnhöfen und stellen Fahrplantabellen für die Zusatz- und Ersatzverkehre her. Dies braucht Zeit und ist noch nicht perfekt. Wir wissen dies.

Umso wichtiger ist es für uns, dass wir mit Kundenbetreuern und Servicekräften für Ihre Fragen da sind: auf den Stationen, in den Zügen und am Kundentelefon. Dabei kommt es immer wieder auch zu schwierigen Situationen und gar Überreaktionen. Auch wenn es nicht immer leicht ist, gehen Sie bitte rücksichtsvoll miteinander um. Ich versichere Ihnen, dass wir schnellstmöglich wieder Fahrzeuge in Betrieb nehmen. Es geht zunächst leider noch langsam voran. Seit Donnerstag vormittag können wir einen stabilen Notfahrplan bieten. Sobald mehr geht, informieren wir Sie.

Ihr Peter Buchner
Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH

Screenshot SBAHN 11.09.09

Quelle: S-Bahn Berlin GmbH

09.09.2009: Neues vom S-Bahn Chaos in Berlin (Notfahrplan? – Vergiss es!)

Die Meldungen haben sich auch heute wieder zum S-Bahn Chaos in der Hauptstadt überschlagen. Man hört in den Nachrichten dass dieses Chaos bis Ostern 2010 andauern soll. Das ist doch mittlerweile ein Witz – oder? Ich bin eigentlich nur noch sprachlos und weiß nicht was das noch soll. Der Bürger ist machtlos und muss sich diesem Chaos stellen, er hat das nicht zu verantworten, ich bin der Meinung, das Mehdorn dafür zu zahlen hat und das nicht zu wenig. Aber nein, das ist sicher nur ein Wunschdenken.

Mein schönster Satz den ich heute gelesen habe war: Dafür bekommt sie Unterstützung aus dem Süden – die S-Bahn München hilft mit 2 Fahrzeugen aus.“ – den habe ich im Artikel bei der BZ Berlin gelesen. Auch der Lacher für mich ist, das der Berliner Senat nur 15 Millionen Euro einbehalten will. Toll gemacht. Die weiteren Witze der S-Bahn Berlin GmbH sind, “Wir twittern die aktuellesten Geschehnisse” – Guck mal bei der S-Bahn vorbei, wie toll die twittert, so wie wir sie kennen, keine Informationen.

Nun die wichtigsten Informationen vom heutigen Tag und die aktuelle Übersicht aus der Berliner Morgenpost wie der Notfahrplan ab Mittwoch bzw. ab Donnerstag ungefähr ausschaut:

-▷ BZ _ Schlamperei, Schon 35 defekte Bremszylinder

Stück für Stück, S-Bahn-Wagen für S-Bahn-Wagen kommt die ganze Schlamperei ans Licht. [...]

[...]Dafür bekommt sie Unterstützung aus dem Süden – die S-Bahn München hilft mit zwei Fahrzeugen aus. Zwei S-Bahn-Fahrer sollen sich heute Morgen in die Hauptstadt aufmachen. Die Fahrzeuge sollen als Entlastungszüge zwischen Südkreuz und Gesundbrunnen zum Einsatz kommen.

-▷ Tagesspiegel _ S-Bahn-Chaos, Mehdorns langer Schatten

[...] Zu diesem Zeitpunkt herrschte zwischen S-Bahn und Senat schon ein rechtloser Zustand, weil der alte Verkehrsvertrag Ende 2001 ausgelaufen war. Alle stritten sich an allen Fronten, auch senatsintern. Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) wollte einen neuen S-Bahnvertrag mit langer Laufzeit. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) plädierte für einen Einjahresvertrag. Immerhin wollten beide den Zuschuss von jährlich 234 Millionen Euro um 45 Millionen Euro kürzen. Daraufhin drohte Mehdorn, die Bahn-Hauptzentrale aus Berlin nach Hamburg zu verlegen, Strecken zu streichen und notfalls den gesamten Verkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember 2003 stillzulegen. [...]

-▷ Berliner Morgenpost _ Das meinen Twitter-Nutzer zum S-Bahn-Chaos

Thema des Tages in Berlin: Die S-Bahn fährt so gut wie gar nicht, drei Viertel aller Züge sind wegen technischer Mängel aus dem Verkehr gezogen worden. Und das bewegt auch die Nutzer des Microblogging-Dienstes Twitter – die in 140 Zeichen ihren Unmut äußern und hilfreiche Informationen verteilen. […]

-▷ BZ _ S-Bahn-Chaos, Wieder Tausende zu spät bei der Arbeit

[...] Wie groß ist der wirtschaftliche Schaden für die S-Bahn?
Der Fahrgastverband IGEB geht von einem Gesamtschaden von bis zu 200 Millionen Euro aus, zumal die Bahn zunächst 100 Millionen Euro investieren müsse, um Fahrzeugschäden zu beheben. Dazu kommen Einnahmeausfälle und Entschädigungsleistungen.
Wie werden Kunden entschädigt?
Bislang will die S-Bahn nur Stammkunden entschädigen, und das auch nur im Dezember. Verkehrssenatorin Junge-Reyer: “Ich habe den Vorstand der DB aufgefordert, die Entschädigungsleistungen auf alle Fahrgäste auszudehnen.“ Unterstützung bekommt sie vom VBB: “Es müssen alle entschädigt werden, vor allem muss jetzt mal eine Geste der S-Bahn kommen, etwa, eine Woche freie Fahrt für alle“, so eine Sprecherin

-▷ Tagesspiegel _ Senat hat gegen die S-Bahn wenig in der Hand

Verkehrssenatorin Junge-Reyer fordert Entschädigung für alle Fahrgäste – und hofft auf ein Entgegenkommen des Konzerns. [...]


© Berliner Morgenpost / Bahn

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