„Pride Weeks“ in Berlin offiziell eröffnet

REGENBOGEN NOLLENDORFPLATZ

Bildquelle: BZ-Berlin / picture alliance / dpa

Zum Auftakt des lesbisch-schwulen Monats hissten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag 30.05.2013 um 11.30 Uhr zusammen mit BVG-Chefin Dr. Sigrid Evelyn Nikutta und Jörg Steinert vom Leben- und Schwulenverband (LSVD) am U-Bahnhof Nollendorfplatz die Regenbogenfahne.

Rund drei Wochen lang wird die rund 10 qm große Fahne an der Ecke zur Motzstraße flattern. Ebenfalls anwesend war die Sängerin Jeanette Biedermann mit Band.

Die Regenbogenfahne, die sonst am Roten Rathaus den lesbisch-schwulen Monat einläutet, wurde wegen der U-Bahn-Bauarbeiten im Jahr 2011 zum ersten Mal am U-Bahnhof Nollendorfplatz gehisst. “Dass die Regenbogenfahne gerade hier am U-Bahnhof Nollendorfplatz hängt, ist kein Zufall, sondern sichtbarer Beweis unseres Engagements im Bündnis gegen Homophobie”, sagt die BVG-Chefin.

Während den so genannten Pride Weeks wird in Berlin traditionell die Regenbogenfahne an den Bezirksrathäusern gehisst. Auf Initiative des LSVD Berlin-Brandenburg wehten 1996 erstmals die Flaggen.

Quelle: BVG.de | Bildquelle: BZ-Berlin.de

BZ-Berlin enthüllt – Schwule haben Sex im Tiergarten

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Symbolbild
Bildquelle: Boys Forever

… bei der BZ-Berlin scheint dies, die Sensation seit Jahren zu sein. Aber so neu ist das ja gar nicht. Hat das bei der Recherche niemand gewusst, oder brauchte man nur einen Aufmacher gegen Schwule?

Das weiß nur die BZ-Berlin am Ende am besten. Und weil diese Story eigentlich auch nichts Neues ist, finde ich persönlich die Meinung der Medienkritik von Christian Scheuß bei Queer.de sehr schön.

Worum es nun geht, kurz angeschnitten, angeblich sind laut BZ-Berlin die Berliner empört über den Sex der Schwulen im Tiergarten Berlin – nur laut dem Bericht gab es noch keine Anzeigen:

Bremer Weg im Tiergarten, 15.03 Uhr. 280 Meter entfernt von der Siegessäule nehmen sich zwei Männer in die Arme, küssen sich, ziehen sich aus. Dann haben sie Sex. Vor den Augen von Spaziergängern, Joggern, Fahrradfahrern.

Die B.Z.-Fotos dieses offen zur Schau gestellten Treibens erhitzen die Gemüter. „Solche Sexspiele im Tiergarten müssen gestoppt werden“, fordert Robbin Juhnke, innenpolitischer Sprecher der CDU. „Es darf nicht sein, dass Jogger, Spaziergänger und vor allem Kinder so etwas in der Öffentlichkeit sehen müssen.“

Das Gebiet rund um den Bremer Weg ist bekannt als Treffpunkt vor allem für Männer, die schnellen Sex suchen. Passanten berichten, dass es aufgrund des milden Wetters deutlich mehr homosexuelle Liebespaare in den Tiergarten zieht. Aber auch Stricher bieten sich häufig auf einer kleinen Brücke in dem Gebiet zwischen Siegessäule und Café am Neuen See an. „Die rechtlichen Grenzen sind eindeutig“, sagt Benedikt Lux, ordnungspolitischer Sprecher der Grünen. „Der Sex dort darf kein öffentliches Ärgernis erregen.“ Falls er das doch tut und ein Passant Anzeige erstattet, würden den Beteiligten nach §183a im Strafgesetzbuch bis zu einem Jahr Gefängnis drohen. [...]

Diesen Artikel kannst du bei der BZ-Berlin weiterlesen.
Quelle: BZ-Berlin.de | Bildquelle: Boys Forever

CSD Berlin schließt CDU von der Parade aus

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Bildquelle: Berliner CSD e.V
(via Brigitte Dummer, Burghard Mannhoefer, Oliver Elsner und Michael Kleemann)

“Der Berliner CSD e.V. hat als Organisator der jährlichen CSD Parade beschlossen, die CDU/CSU beim 35. CSD Berlin nicht zuzulassen. Dies ist eine Konsequenz der verfassungswidrigen Entscheidungendes letzten CDU-Parteitags, des CDU-Präsidiums und der zunehmend polemischen, diffamierendenund verhetzenden Äußerungen zahlreicher CDU-PolitikerInnen in den letzten Monaten. Beim Bundestreffen der CSD Organisationen Anfang April wurden die Haltung der Union verurteilt und Konsequenzen angekündigt. [...]“

So fängt die Pressemitteilung des Berliner CSD e.V. an und wird in der Mitteilung ausführlich erläutert wieso die CDU nicht zugelassen wird.

Auch queer.de berichtet ausführlich zu diesem Thema: “Konfrontationskurs – Berliner CSD schließt CDU von Parade aus”

Im Wahljahr duldet der Hauptstadt-CSD bei der Parade nicht die Teilnahme der CDU, weil die Bundespartei alles tue, um die Gleichstellung zu verhindern.

Der Berliner CSD hat am Dienstag angekündigt, die CDU von der diesjährigen Parade auszuschließen. “Die CSD-Parade ist eine Demonstration gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte. Die CDU propagiert das genaue Gegenteil”, erklärte Robert Kastl, Geschäftsführer des Berliner CSDs. Die Entscheidung solle verhindern, dass der CSD “für unlautere Wahlwerbung missbraucht wird”.

Kastl betonte, dass dieses Verbot nur die Parade betrifft und sich nicht gegen die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) und die Unterstützer innerhalb der CDU richtet, insbesondere die sogenannten “wilden 13″, die sich vergangenes Jahr in einer gemeinsamen Erklärung für die steuerliche Gleichstellung ausgesprochen hatten (queer.de berichtete). Die CDU soll auch weiterhin zu Diskussionsveranstaltungen und im Rahmenprogramm des CSDs präsent sein. Man werde Vertreter der Partei zu weiteren Aktivitäten einladen, damit die inhaltlichen Positionen dargestellt werden und die Union sich auch der Kritik aus der schwul-lesbischer Community stellen kann, so Kastl. [...]

Den ganzen Artikel ließt man bei queer.de zu Ende.
Quelle: Pressemitteilung Berliner CSD e.V. ; Beitrag Queer.de | Bildquelle: Berliner CSD e.V (via Brigitte Dummer, Burghard Mannhoefer, Oliver Elsner und Michael Kleemann)

Berlin – Mann bei Überfall homophob beleidigt und verletzt

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Symbolfoto Polizei – via initions.com

Wie die Polizei Berlin in einer Pressemitteilung schreibt, wurde gestern (16.04.2013) ein Mann in Kreuzberg überfallen und homophob von zwei bislang Unbekannten beleidigt.

Pressemitteilung der Polizei Berlin:

“Zwei bislang Unbekannte haben gestern Nachmittag einen Mann in Kreuzberg überfallen und homophob beleidigt. Kurz nach 17 Uhr attackierten die beiden Männer den 28-Jährigen im Hof eines Mehrfamilienhauses in der Prinzenstraße. Hierbei drückten sie den Mann gegen einen Müllverschlag, beleidigten ihn homophob und forderten Geld. Der 28-Jährige versuchte nun, die Räuber von sich zu halten, und schubste sie von sich weg, was zur Folge hatte, dass ihm einer der Räuber ins Gesicht schlug. Zudem fügte sein Komplize dem Opfer mit einem Messer Schnittverletzungen an Hals und Oberkörper zu. Nachdem der 28-Jährige dem Duo sein Portemonnaie ausgehändigt hatte, flüchtete es mit dem geraubten Geld in Richtung Bergfriedstraße. Ein Fachkommissariat der Kriminalpolizei führt die Ermittlungen und fahndet nach den Tätern.”

Quelle: Pressemeldung Polizei Berlin | Bildquelle: Symbolfoto Polizei – via initions.com

Bundesrat stimmt für Ehe-Öffnung

BUNDESRAT

Bildquelle: Auswertiges Amt / picture-alliance

Queer.de berichtet im Beitrag das in der Länderkammer am Freitag eine Mehrheit für einen Gesetzesantrag der Länder Rheinland-Pfalz, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gestimmt wurde.

Der Bundesrat hat am Freitag mehrheitlich für einen Antrag mehrerer rot-grüner Länder gestimmt, der die Ehe für Schwule und Lesben öffnen soll. Der Entwurf (PDF) geht nun zur Abstimmung in den Bundestag, wo ihm aufgrund der schwarz-gelben Regierungsmehrheit keine Chancen eingeräumt werden.

Eingebracht wurde der Antrag von den Ländern Rheinland-Pfalz, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein – er soll die Diskriminierung von Lebenspartnern auf einen Schlag beenden. “Es kann nicht sein, dass die Betroffenen jedes ihrer einzelnen Rechte bis in die letzte Instanz erstreiten müssen. Damit muss Schluss sein”, sagte die Hamburger Gleichstellungssenatorin Jana Schiedek (SPD). “Schwule und Lesben haben lange genug darauf gewartet.” Die grüne Familienministerin Irene Alt aus Rheinland-Pfalz verwies auf Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und die gewandelte Einstellung in der Bevölkerung.

Durch die Gesetzesinitiative soll § 1353 BGB geändert werden. Eine Ehe soll zukünftig von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts eingegangen werden können. Die Rechte der Kirchen und Religionsgemeinschaften bleiben von dieser gesetzlichen Neuregelung unberührt. Bisherige Lebenspartnerschaften werden auf Antrag beim Standesamt in eine Ehe umgewandelt, neue Verpartnerungen sollen nicht mehr möglich sein.

Protest vor dem Bundesrat

Am Morgen hatten rund hundert Personen an einem Protest des LSVD vor dem Gebäude des Bundesrats teilgenommen. Sie trugen Plakate mit Aufdrucken wie “Ehe für alle” und “Keine halben Sachen”. Am Rande ließ sich auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) blicken. Die Menge skandierte daraufhin “Stimme zu!”

Berlin hatte sich wie das Saarland enthalten, weil die CDU in der großen Koalition darauf pochte. “Es ist traurig, dass Berlin nicht zustimmen kann”, sagte Wowereit am Freitag. Die CDU habe die “Koalitionskarte gezogen”, deshalb müsse das Land sich “leider enthalten”. [...]

DEN GANZEN BEITRAG LIEST DU DIREKT BEI QUEER.DE.
QUELLE: QUEER.DE | BILDQUELLE: Auswertiges Amt / picture-alliance

Homo-Ehe spaltet Koalition

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Bildquelle: flaggenbilder.de

Wie die Welt (Welt.de) berichtet, sollte eigentlich die Debatte über die Homo-Ehe ja gar nicht mehr geben. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel hatte ihre Partei bereits vor über einer Woche in der Präsidiumssitzung zur Räson gebracht und erklärt, dass es vor der Sommerpause keine Entscheidungen mehr geben werde. Fraktionschef Volker Kauder legte am Donnerstagmorgen noch einmal mit deutlichen Worten nach. Die Union warte jetzt zunächst auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur steuerlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe. “Wir haben nichts gegen Homosexuelle”, sagte Kauder “Spiegel Online”. Da das Urteil aus Karlsruhe voraussichtlich erst im Juni verkündet werde, dürfte es allein aus Zeitgründen in diesem Jahr keine gesetzliche Regelung mehr geben.

Doch fast zeitgleich meldete sich auch FDP-Politiker Michael Kauch in der ARD zur Wort und mahnte die Union an, die Entscheidung zur Gleichstellung der Homo-Ehe nicht nach Karlsruhe zu verlagern, sondern in Berlin zu einer Entscheidung zu kommen. Auch innerhalb der Union rumorte es in der Frage der Homo-Ehe gewaltig. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter verkündet: “Ich werde für die steuerliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften stimmen.” Ein informeller Zusammenschluss von Unionsabgeordneten, die “Wilde 13″, hatte sogar schon damit gedroht, mit der Opposition für die Homo-Ehe zu stimmen. [...]

Den ganzen Artikel zu dieser Debatte um die Homo-Ehe kannst du bei WELT.de weiterlesen.
Quelle: WELT.de | Bildquelle: Flaggenbilder.de

Homo-Ehe – Die CDU wird immer linker

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Bildquelle: Boy Post & Steffen030

Natürlich plädiert Guido Westerwelle für die Homo-Ehe: «Auf der ganzen Welt gibt es eine Gleichstellungsdebatte. Deutschland sollte nicht bei den Bremsern, sondern bei den treibenden Kräften für eine Beseitigung der Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sein», postete der geoutete FDP-Minister auf seiner Facebook-Seite.

Das dürfte Angela Merkel ziemlich schnuppe sein. Die Kanzlerin wäre nicht da, wo sie ist, würde sie der Opposition nicht die linken, liberalen und grünen Themen und damit den Wind aus den Segeln klauen. Womit sollen die punkten – zumal im Wahlkampf -, wenn die Union formal das macht, was sie selbst wollen?

An der Stelle bietet sich ein erstaunlicher Verweis zum Fußball an. Denn böse Zungen sehen ein Erfolgsgeheimnis des FC Bayern München darin, der Konkurrenz die stärksten Spieler abzuwerben.

Die Fahne im Wind

In der Sache ist der Mindestlohn der Gewerkschaften natürlich meilenweit von der Lohnuntergrenze der Regierungskoalition entfernt. Und die Gleichstellung Homosexueller wird auch vom Bundesverfassungsgericht eingefordert. Es scheint also nicht schwer, sich etwas im Zeitgeist treiben zu lassen, angesagte Politikthemen aufzugreifen.

Schon vor drei Jahren startete die «Sozialdemokratisierung» der CDU mit der «Berliner Erklärung». Das Strategiepapier zielt hauptsächlich auf eine Öffnung zur linken Mitte, um im Stammgebiet der SPD zu wildern. Eine konsequentere Umweltpolitik – als Bewahrung der Schöpfung verkauft – bremst die Grünen aus. Und Richtung FDP abgewanderte Sympathisanten sollen auch zurückgewonnen werden.

Die Merkel-CDU will einfach alle Stimmen, die sie ergattern kann! Statt «Sozialdemokratisierung» wird diese Strategie berechtigterweise auch «asymmetrische Demobilisierung» genannt. Aber das definiert genaugenommen auch eine «Volkspartei», die nicht mehr die Interessen einer speziellen Klasse oder Klientel vertritt, sondern so tut, als könnte sie es allen recht machen.

Wie du mir, so ich dir

Nur noch 37 Prozent der Deutschen halten die Arbeit der Politiker im Großen und Ganzen für gut. Politikverdrossenheit kommt nicht von ungefähr, wenn die Positionen von SPD und CDU immer enger zusammenrücken und austauschbar erscheinen.

Es sollte dabei nicht vergessen werden, dass es Gerhard Schröder und die SPD waren, die konservative Arbeitsmarktreformen und Sozialabbau auf den Weg brachten.

In US-Dokumenten über Merkel heißt es, sie sei «selten kreativ» und meide das Risiko. «Alternativlos» nennt die Bundeskanzlerin ihre Politik gern. Und es ist ihr großes Verdienst, die wirklich Konservativen in den eigenen Reihen erfolgreich zu beschwichtigen.

Aber es könnte auch sein, dass sich CDU und SPD gegenseitig das Wasser abgraben. Das ist die große Chance für die kleinen Parteien, mit einer klaren politischen Linie Sympathien und Wähler zu gewinnen.

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Rosenstolz-Sängerin AnNa R. meldet sich zurück

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Bildquelle: abendzeitung-muenchen.de/dpa

Rosenstolz-Sängerin AnNa R. meldet sich mit eigener Band Gleis 8 zurück. Während der Rosenstolz-Pause ist Sängerin AnNa R. nicht untätig gewesen, so schreibt es Welt.de. AnNa R. bringt mit ihrer neuen Band Gleis 8 eine neue Platte auf den Markt. Auch ihr Kollege Peter Plate ist derzeit musikalisch selbstständig unterwegs. Er bringt am 5. April sein Soloalbum “Schüchtern Ist Mein Glück” raus.

“Auch ich habe die letzte Zeit nicht ohne Musik verbracht, denn das könnte ich gar nicht. Ich habe mich mit einigen langjährigen Freunden und Weggefährten aus Hamburg und Berlin, in Hamburg und Berlin ins Studio eingesperrt und wir haben es einfach genossen zusammen Songs zu schreiben, zu spielen und diese aufzunehmen”, schrieb die Musikerin auf der Homepage der Band. [...]

Quelle und weiterlesen bei Welt.de
Bildquelle: abendzeitung-muenchen.de/dpa

Deutschland – So homophob ist die CDU

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Bildquelle: deanimator.com

Die Union streitet seit Wochen über die Homo-Ehe. Wie weit die Ansichten allein in der CDU auseinandergehen, offenbart sich bei Günther Jauch. Dort ist eine Familienpolitikerin der Partei doch tatsächlich der Überzeugung, nur weil Schwule adoptieren dürfen, würden weniger Kinder geboren.

Barack Obama will sie, Clint Eastwood will sie, nur die Union zögert – die Homo-Ehe entzweit das Parteiengespann. Seit Wochen wird in der schwarz-gelben Koalition darüber gezankt, ob homosexuelle Partnerschaften mit der Ehe rechtlich gleichgestellt werden sollten. Vor allem in der CDU brodelt es!

Die Politik ist unter Zugzwang. Erst kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Rechte Homosexueller gestärkt. So sollen Schwule und Lesben künftig nicht nur das leibliche, sondern auch das Adoptivkind ihres eingetragenen Lebenspartners adoptieren dürfen.

Während einige CDU-Politiker für eine Öffnung der Partei hin zu neuen Lebensmodellen plädieren, lehnen viele das ab. Insbesondere der konservative Flügel pocht auf das klassische Familienbild aus Vater, Mutter und Kind und wehrt sich deshalb auch dagegen, homosexuellen Paaren das Recht auf Volladoption und Ehegattensplitting zu gewähren.

Im Wahlkampf ist das ein gefundenes Fressen für die Opposition – und für Günther Jauch, der einen Tag vor dem erwarteten Machtwort der Kanzlerin zum Thema «Kinder, Steuer, Ehe – gleiches Recht für Homosexuelle?» diskutierte.

Die Gäste:

- Kritiker der Homo-Ehe: Katherina Reiche (CDU), Umweltstaatssekretärin und Familienpolitikerin, und Reinhard Müller, Journalist

- Befürworter der Homo-Ehe: Stefan Kaufmann (CDU), Bundestagsabgeordneter, und Henning Scherf (SPD), ehemaliger Bürgermeister und Senatspräsident der Hansestadt Bremen

- Betroffener: Thomas Welter, Volkswirt, lebt mit Mann und zwei Adoptivkindern in Berlin

Der Talk:

Besonders häufig zu Wort kommt CDU-Politikerin Katherina Reiche – leider. Sie vertritt ein Familienbild, wie man es im 21. Jahrhundert kaum noch für möglich hält. Das besteht aus Mann, Frau und Kind und bedarf besonderen Schutzes, so Reiche. Denn schließlich brauche es Mann und Frau, «um unsere Gesellschaft am Leben zu erhalten».

Regenbogenfamilien, wie sie bei Jauch anhand mehrerer erfolgreicher Beispiele vorgestellt werden, sind ihr ein Graus. Diskriminieren wolle sie diese Lebensmodelle nicht, und doch schwingt bei jedem Satz von Reiche eine gewisse Verachtung und Geringschätzung mit.

Etwa wenn sie fragt, was noch übrig bleibe von Familie und Ehe, würde man die Homo-Ehe gleichstellen. Oder wenn sie immer wieder betont, der Staat habe dafür Sorge zu tragen, dass die die Gesellschaft fortbestehe. Als ob Schwule und Lesben mit Kindern keine Familien seien und zum Aussterben unserer Spezies führen würden.

Das sagt das Grundgesetz

Besonders perfide an Reiches Argumentation ist, dass sie ihr Nein zur Homo-Ehe mit dem Grundgesetz begründet und gegen andere familienpolitische Erwägungen ausspielt. So könne, wenn alles gleich behandelt werde, Artikel sechs der Verfassung nicht mehr greifen. Der besagt:

«Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.»

Zwar ist nirgends definiert, wie diese Ehe oder Familie auszusehen hat. Doch für Reiche gehören gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht dazu. Statt diese «Randgruppe» zu fördern, sollten politische Ressourcen lieber in «normale» Familien gesteckt werden, wie sie von mehr 75 Prozent der Deutschen gelebt würden – mit Mann und Frau.

Dass Kinder, deren leibliche Eltern sich nicht um sie kümmern konnten oder wollten, auch bei Schwulen und Lesben ein geborgenes und liebevolles Zuhause finden können, scheint in Reiches Weltbild nicht vorzukommen. Ebensowenig wie die Tatsache, dass homosexuelle Eltern genauso viel leisten wie heterosexuelle (vielleicht sogar mehr) und deren Kinder genauso förderungswürdig sind.

Homosexuelle als Bürger zweiter Klasse

Umso verwunderlicher ist, dass Reiche für ihre antiquierten Ansichten Applaus erntet und auch in der Runde einen Fürsprecher findet – den Journalisten Reinhard Müller. Er schockiert mit der Aussage: «Gerechtigkeit heißt nicht, dass ich Ungleiches gleich behandle.» Frei übersetzt sagt Müller damit, dass Schwule nicht das Recht auf Gleichbehandlung hätten, weil sie anders lebten, anders liebten.

Homophobie deklariert als Wertemuster: Das könnte man Müller und Reiche unterstellen. Erst recht, wenn letztere den Schluss zieht, mit Gleichstellung der Homo-Ehe werde das bürgerliche Modell der Ehe diskreditiert. «Sie sind auf dem völlig falschen Dampfer. Keiner will die Mehrheit diskriminieren», wendet Henning Scherf von der SPD ein.

Seine lesbische Tochter zieht mit ihrer Lebensgefährtin und einem schwulen Pärchen das gemeinsame Kind groß. Nicht bürgerlich? Reine Auslegungssache! Thomas Welter, schwuler Familienvater aus Berlin, sagt von sich selbst, er könnte kaum bürgerlicher leben. Ihn umtrieben im Alltag vor allem Ängste um seine Kinder. Was passiert, wenn ihm etwas zustößt? Sein Partner hätte (noch) keine rechtliche Handhabe.

Wie lernfähig ist die CDU?

«Ich nehme niemandem etwas weg, aber unseren Kindern wird etwas verwehrt», sagt Welter. Deshalb sei es an der Zeit, alte Dogmen loszulassen und die viel gepredigte freiheitliche Gesellschaft zu leben.

Das betont auch Stefan Kaufmann, erster bekennend schwuler CDU-Politiker im Bundestag. Er regt eine Anpassung der Verfassung an die sich verändernde Lebensrealität an. «Als das Gesetz geschrieben wurde, war Homosexualität noch strafbar», erinnert er. Doch das ist Reiche egal. «Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, kann ganz schnell Witwer werden», sagt sie.

Bleibt zu hoffen, dass sie die Strahlkraft des Themas, das aus ihrer Sicht nicht wahlentscheidend ist, unterschätzt. Immerhin haben sich 70 Prozent aller Deutschen jüngst für die Gleichstellung der Homo-Ehe ausgesprochen. Bei CDU-Anhängern sind es 60 Prozent.

Kaufmann sieht daher durchaus verschenktes Wählerpotenzial, sollte die CDU Homosexuelle verprellen. Er wünscht sich mehr Gelassenheit und mehr Mut im Umgang mit der Homo-Ehe. Und SPD-ler Scherf fordert im gleichen Atemzug: «Mehr Liberalität und Nicht-Diskriminierung leben und praktizieren!» Für die CDU ist es bis dahin noch ein weiter Weg.

Quelle: NewsPolitik News«Günther Jauch» – So homophob ist die CDU
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