HIV: Erstmals Rückgang der Neuinfektionen

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen, genauer der neu diagnostizierten Infektionen, ist in Deutschland erstmals seit 2001 gesunken, wenngleich der Rückgang mit 1,7 Prozent nur sehr gering ausfielt und nicht unkritisch als Trendwende interpretiert werden sollte, wie Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts im Epidemiologischem Bulletin (2012; 28: 255-274) meinen.

Bis 1.3.2012 wurden dem Robert-Koch-Institut für das Jahr 2011 insgesamt 2.889 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet. Im Jahr zuvor waren es 2.939 neu entdeckte Infektionen gewesen, der höchste Wert seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes. Der mit Abstand häufigste Übertragungsweg ist Sex von Männern mit Männern (MSM).

Hier gab es 2011 einen Rückgang (von 1.697 auf 1.574), der aber nur das 1. Halbjahr betraf, im zweiten gingen die Zahlen wieder nach oben, und die langfristigen Zahlen lassen nicht wirklich eine Trendwende erkennen. Das betrifft auch die heterosexuelle Übertragung (HET), auch wenn es hier im letzten Jahr einen Anstieg von 493 auf 544 (plus 10 Prozent) gab. In dieser Gruppe gibt es doppelt so viele Frauen wie Männer (was aber an der bei Männern schwierigen Abgrenzung zu MSM liegen könnte).

Die Zahl Neuinfektionen bei i.v.-Drogenkonsumenten hat sich nur geringfügig (von 96 auf 90; minus 6 Prozent) verändert. Die Zahl der Mutter-Kind-Übertragungen fiel von 20 auf 15. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ohne bekannten Übertragungsweg stieg (von 632 auf 665) um 5 Prozent.

Bei den MSM erfolgt die Infektion zu 95 Prozent im Inland, Heterosexuelle stecken sich zu zu 60 Prozent im Ausland an, davon 34 Prozent in Subsahara-Afrika und 9 Prozent in Südostasien. Dies weist bei Subsahara-Afrika allerdings nicht auf einen Sex-Tourismus hin.

Es handelt sich vielmehr um Personen, die sich in ihrer Heimat angesteckt haben, bevor sie nach Europa emigriert sind. Die höheren Migrationshürden an den Grenzen Europas haben dazu geführt, dass weniger HIV-Infizierte aus Subsahara-Afrika Deutschland erreichen.

Die Infektionen gehen bei HIV der Diagnose in der Regel um mehrere Jahre voraus. Nach Modellberechnungen, die das Robert-Koch-Institut im letzten Jahr im Epidemiolo­gischen Bulletin (2011; 46: 415-425) veröffentlichte, könnte die Zahl der Neuinfektionen bei den MSM bereits seit 2008 rückläufig sein. Dies dürfte unter anderem an der steigenden Zahl von HIV-Infizierten liegen, die frühzeitig mit antiretroviralen Medika­menten behandelt werden. Die Therapie senkt das Übertragungsrisiko erheblich.

Zum Vollbild Aids sind im letzten Jahr 502 Meldungen eingetroffen. Das Robert-Koch-Institut vermutet aber, dass die Meldedisziplin lückenhaft ist. Die Zahl der Neuer­krankungen dürfe eher bei 1.000 liegen, heißt es in dem Bericht. Aids-Erkrankungen sind heute durch eine effektive Therapie in der Regel vermeidbar.

Die Erkrankungen sind entweder darauf zurückzuführen, dass die Patienten aus eigenem Antrieb sehr spät zum Arzt gehen („late presentation“) oder aber Probleme beim Zugang zum medizinischen Versorgungssystem haben.

Quelle: aerzteblatt.de // Robert-Koch-Institut // Epidemiologisches Bulletin vom RKI

Deutsche Aids-Hilfe: HIV-Tests müssen freiwillig bleiben!

Die Deutsche Aids-Hilfe berichtet in Ihrer aktuellen Pressemitteilung:
In Sachsen-Anhalt sollen demnächst unter bestimmten Bedingungen HIV- und Hepatitis-Tests gegen den Willen der Betroffenen möglich sein.

So sieht es der Gesetzentwurf für ein geändertes „Gesetz über die Sicherheit und Ordnung“ vor, das am 13. Juli im Landtag des Landes in erster Lesung behandelt und an den Ausschuss für Inneres überwiesen wurde.

Die Deutsche AIDS-Hilfe lehnt diesen Gesetzentwurf als unverhältnismäßig ab. Dazu sagt Carsten Schatz, Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:

„Ein solches Gesetz setzt Grundrechte außer Kraft. Es öffnet die Tür für unfreiwillige Tests und damit für einen willkürlichen Umgang mit möglicherweise HIV-positiven Menschen. Nicht ohne Grund dürfen in Deutschland medizinische Tests nur mit Einwilligung der Betroffenen und in Verbindung mit einer entsprechenden Beratung stattfinden. Dieser Anspruch ist ein hohes Gut und darf nicht leichtfertig aufgeweicht werden. Die Entscheidung für oder gegen einen Test sowie den richtigen Zeitpunkt liegt beim Individuum – und das muss auch so bleiben!“

Ein HIV-Test gegen den Willen eines Menschen ist rechtlich Körperverletzung, die Diagnose kann schwerwiegende psychische und soziale Folgen haben.

Sachsen-Anhalt plant nun, Tests zu erlauben, wenn – so heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfes – Personen „einer besonderen Infektionsgefahr ausgesetzt waren. Vor allem Polizeivollzugskräfte und Rettungshelfer können betroffen sein, wenn sie sich z.B. an Spritzen verletzen oder eigene offene Wunden mit Körperflüssigkeiten eines Festzunehmenden oder Unfallopfers in Berührung kommen (…).“

Besonders folgenschwer: Wenn die Polizei von „Gefahr im Verzug“ ausgeht, könnten die genannten Tests sogar ohne richterliche Anordnung möglich sein.

Hintergrund ist die Möglichkeit der „Postexpositionsprophylaxe“ (PEP, „Nach-Risiko-Vorsorge“). Eine umgehende Behandlung mit HIV-Medikamenten kann in den meisten Fällen die Übertragung des Virus noch verhindern. Diese Behandlung ist aber auch ohne HIV-Test möglich; nur in den seltensten Fällen ist nicht klar, ob eine Infektion vorliegt oder wahrscheinlich ist. Zudem kann ein HIV-Test in solchen Situationen auch keine sichere Information liefern, weil er erst drei Monaten nach einem Infektionsrisiko zuverlässig anzeigt, ob jemand HIV-positiv oder -negativ ist.

DAH-Vorstand Carsten Schatz: „Geplant ist eine weitreichende gesetzliche Veränderung aufgrund von seltenen Einzelfällen. Dieses Gesetz ist eher großen Ängsten geschuldet als tatsächlichen Erfordernissen. Dafür ein Grundrecht auszuhöhlen, ist vollkommen unverhältnismäßig.“

Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet sich in dieser Frage den Entscheidungsträgern in der Politik sowie den Verbänden der genannten Berufe als Gesprächspartner an. „Die Ängste von Menschen in medizinischen Berufen und im Polizeieinsatz nehmen wir sehr ernst“, sagt Carsten Schatz. „Wir helfen gerne dabei, diesen Ängsten mit hilfreichen Informationen zu begegnen.“

Quelle: Deutsche Aids-Hilfe

Pädophile fordern freie Kinderliebe

«Als ich klein war, durfte man im Freibad bis sieben Jahre nackig rumlaufen, für Ältere war Badehose Plicht. Heutzutage läuft das etwas anders, selbst kleinste Mädchen laufen schon beim Baden mit Oberteil rum.» Diese Erkenntnis teilt ein Pädophiler mit, der sich in seinem Blog nur «Mackay» nennt. «Wenn sowas kein Wink mit dem Zaunpfahl ist, was die Leute heute sexuell anregend finden, was dann», fragt er weiter. Der Pädophile hat klare Ansichten über seine gesellschaftlich geächtete Liebe zu Kindern: Beziehungen zwischen Männern und kleinen Jungs seien doch positiv, es existiere nur ein öffentliches Missbrauchsdogma.

«Mackay» ist mit seiner Einstellung nicht allein. Schätzungen von Sexualforschern zufolge leben zwischen 50.000 und 500.000 pädophile Menschen in Deutschland. Sie haben lange geschwiegen, nun erheben sie ihre Stimme. Speziell die «Boylover», also Männer, die kleine Jungs lieben. Sie begehen regelmäßig den International Boy Love Day ? das nächste Mal am kommenden Samstag, dem 23. Juni. Ihre Forderungen: Die kindliche Sexualität, die Freud beschrieben hat, möge von der Gesellschaft anerkannt werden. Eine neue Sexualethik möge die Pädophilie von ihrer Strafbarkeit befreien. Wenn die Beziehung zwischen Pädophilem und Kind gut laufe, sei das kein Missbrauch, sondern gegenseitige Anziehung und Respekt.

Michael Jackson und Thomas Mann als Vorbilder

Die Pädophilen verweisen auf die Historie ? und auf prominente Beispiele. Das antike Griechenland schätzte die Knabenliebe. Thomas Mann schrieb im Tod in Venedig über die Liebe eines gealterten Schriftstellers zu einem makellosen Jungen; Michael Jackson übernachtete mit Kindern auf seiner Neverland-Ranch.

Seit Jahren wächst die Vernetzung der Pädophilen und damit ihr Versuch, sich in den öffentlichen Diskurs einzuschalten. In Deutschland haben sich Selbsthilfegruppen gegründet. Im Internet bestätigen sich die Pädophilen im Kampf gegen die gesellschaftliche Mehrheitsmeinung, sexuelle Handlungen an Minderjährigen seien stets Missbrauch. Sie echauffieren sich über eine gefühlte Doppelmoral: Wenn Männer auf kleine Jungs oder Mädchen stehen, sei dies unzulässig. Wenn aber eine Frau sich einen Jugendlichen suche, dann gebe es keinen Aufschrei. Wie bei Kerstin und Philip: Er war 14, sie bereits 26 und hatte einen Sohn, als sich die beiden kennenlernten. Der Zeitungsartikel, behaupten die Pädophilen, feiere die ungleiche Liebe, während im nächsten Atemzug gegen Kinderschänder gehetzt werde.

Holocaust gegen Pädophile?

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden geht die pädophile Legalize-it-Bewegung noch ein Stück weiter: Dort wollte sich die Partei für Nächstenliebe gründen, deren Hauptziel in einer Herabsetzung des sexuellen Schutzalters auf zwölf Jahre bestand. Deren Chef Norbert de Jonge beklagte sich in einem Interview: «Pädophile sind die neuen Juden, und es findet im Moment ein Holocaust statt. Die Menschen begehen Selbstmord, werden getötet, kommen lebenslang hinter Gitter und werden lebenslang therapiert. Pädophile werden als Untermenschen gesehen, und die Situation lässt sich vergleichen mit jener in den Dreißiger Jahren.» Am Ende konnten die Initiatoren aber nicht die erforderlichen Stimmen aufbringen, um die Parteizulassung zu erhalten.

Doch neben den Wehklagen finden sich in den einschlägigen Internetforen viele mehr als grenzwertige Kommentare. «Kleine Mädchen (6-11) find ich so sexy. Diese perfekten Körper sind so unglaublich schön! Am besten noch im Sommer, wenn sie so schön braungebrannt sind und soviel Haut zeigen», schreibt etwa der «Loverman» im Portal «Girllover», einem Forum für Männer, die auf junge Mädchen stehen. «Gibt nichts geileres als einen weichen zarten Mädchen-Po», schreibt «Paedo». Die Mitglieder dieser Pädophilen-Foren haben kleine Mädchen oder Jungen als Profilfoto. Sie berichten neben ihren sexuellen Wunschvorstellungen über ihre Angst eines Outings und diskutieren über ihre Neigungen und den gesellschaftlichen Umgang.

Experten sehen Pädophilen-Emanzipation kritisch

Der Versuch der Pädophilen, in die gesellschaftliche Mitte vorzurücken, wird von Experten kritisch gesehen. «Pädophilie ist eine lebenslang bestehende Neigung. Geht man der Neigung nach, nimmt sie zu», sagt Psychoanalytiker Micha Hilgers im news.de-Interview. Das Internet vereinfache die umstrittene Kinderliebe. «Das Internet hat die Befriedigung pädophiler Neigungen sehr viel leichter gemacht. Heute wird nahezu jede auch sehr sadistische Neigung im Internet bedient.» Für Hilgers ist deshalb die Behandlung pädophiler Menschen wichtig ? so wie im Präventionsprojekt Dunkelfeld. Zweigstellen des Therapieangebotes gibt es inzwischen in Regensburg, Leipzig, Berlin, Hannover, Hamburg und Kiel.

«Dem Patienten muss klargemacht werden, dass er die Internetseite mit pädophilem Material bewusst aufruft», so Hilgers über den Therapieansatz. Die Seite öffne sich nicht einfach von selbst, doch sei diese Erkenntnis für viele Betroffene schmerzhaft und mit Scham- und Schuldgefühlen verbunden. «Je mehr Scham- und Schuldgefühle entstehen, desto besser, denn diese moralischen Affekte haben eine regulierende Funktion», sagt der Psychoanalytiker.

Quelle: NachrichtenGesellschaft NachrichtenKrude Sexualität – Pädophile fordern freie Kinderliebe

Von Gay-Bomben bis Gummibärchen-Sex

Wissenschaft ist dröge? Nun, mitunter packt Wissenschaftler die Fantasie. News.de hat kuriose Forschungsergebnisse gesammelt – von rektalen Schluckauf-Massagen, Teertropfen-Beobachtungen seit 1927 bis hin zu Untersuchungen über nekrophile Stockenten und Soldaten mit Verstopfungen.

Man kann ja zu allem forschen, die Wissenschaft ist frei. Das dachte sich wohl auch ein Student am Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Uni in Frankfurt an der Oder – und schrieb seine Masterarbeit über Belege für das Hellsehen. Ein Konzyrev-Spiegel, eine simple Metallröhre, habe dafür herhalten müssen, berichten Medien.

Übersinnliche Phänome habe er festhalten können, ein befreundeter Student habe mittels der Röhre gar Konflikte mit Toten beenden können. Das Institut lobte die Abschlussarbeit als hervorragend. Nun könnte der Spuk am Esoterik-Institut allerdings bald vorbei sein. Im Internet wurde die Uni bereits als «Hogwarts an der Oder» verspottet, nun zieht die Uni-Leitung wohl auf Druck der brandenburgischen Landesregierung die Reißleine.

Es ist der aktuellste Fall von äußerst kurioser Wissenschaft. Andere Forscher haben mehr Glück – und können ohne Aufmerksamkeit in aller Ruhe Abseitiges erforschen. Weil aber viele wissenschaftliche Arbeiten publiziert werden müssen, kommt auch ihr fantasievolles Forschen ans Tageslicht. Die Jury des Ig-Nobelpreises – eines satirischen Pendants des Originals – fahndet nach skurrilen Forschungen.

Seit 1927 etwa beobachten Forscher der University of Queensland einen Klumpen Pech in einem Gefäß mit Mini-Öffnung. Die wahnwitzige Erkenntnis: Im Schnitt fiel bisher alle neun Jahre ein Tropfen, der letzte plumpste im Jahr 2000 zu Boden. Der neunte Tropfen ist also überfällig – er wird im Jahr 2013 vorfreudig erwartet. Weitere kuriose Studien und Forschungsergebnisse können Sie hier nachlesen.

Quelle: NewsGesellschaft NewsKuriose Wissenschaft – Von Gay-Bomben bis Gummibärchen-Sex