| Nach seinem schweren Unfall bei der ZDF-Sendung “Wetten, dass …?” am 04.12.2010 musste Kandidat Samuel K. am Rücken operiert werden, die Ärzte beschreiben seinen Zustand als “kritisch”.
Die Welt schreibt zu dem Unfall in der Fernsehshow:
“Man stelle sich vor: Dieter Bohlen hätte am Samstagabend ‘Wetten, dass..?’ moderiert, und zwar auf RTL. Das Unglück des jungen Wettkandidaten Samuel Koch vor Millionen Zuschauern wäre wohl ein weiterer Anlass, die Moral des Privatfernsehens zu problematisieren, um sodann ein relativ hohes Lied auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk anzustimmen – als Bastion von Anstand, Würde und Qualität. Besonders laut gekräht hätten wohl einmal mehr jene Journalistenbeamten, die gerne Boulevardzeitungen und TV-Formaten mit Ministergattinnen schlechte Zensuren ausstellen.
Nun ist es aber zu bester Sendezeit im einst gediegenen Familiensender aus Mainz passiert, am Vorabend des zweiten Advents. Es ist Thomas Gottschalk zu verdanken, dass dieses Unglück nicht zu einem Debakel für das ZDF wurde. Nach anfänglichem Ausrutscher (‘Wehgetan?’) reagierte der Unterhaltungsroutinier gefasst, klug und mit dem richtigen Instinkt.
«Der Tagesspiegel» (Berlin):
“Wetten dass…? droht gegenüber privaten TV-Formaten wie Schlag den Raab, die auf deutlich höheres Risiko setzen, zu verlieren. Da liegt es nahe, Extremsportarten in die Sendung zu holen, bei denen die Akteure ihre Knochenbrüche oft wie Trophäen feiern. Wer schneller, höher, weiter (Poweriser-Werbung) will, sollte es mit eigener Kraft.”
Spiegel.de schreibt: Unfall bei “Wetten, dass…?”, Das Ende der Flapsigkeit
05.12.2010 Steffen030 |






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Es ist wirklich sehr traurig, was bei der Show passiert ist. Es bleibt zu hoffen, dass Samuel wieder ganz gesund wird und keine Lähmung davontragen wird.
Schade nur, dass dieses ganze Interesse an Samuel Koch nicht auch allen anderen Behinderten gilt. Alle nehmen Anteil an seinem Schicksal, an dem er nicht unschuldig ist. Doch niemand wird sich deshalb wirklich damit beschäftigen, wie ein Leben im Rollstuhl wohl im Alltag wirklich aussieht. Niemand wird einen autobiographischen Roman darüber lesen, um sich einfühlen zu können. Niemand wird deswegen aufhören, an Straßenecken zu parken, wo er die Bürgersteigabsenkung blockiert und Rollis zwingt, einen langen Umweg zu machen. Niemand wird in das nächste Heim gehen und einem Rollifahrer als Begleitung einen Ausflug ermöglichen. Niemand wird seinen Bürgersteig schneefreier halten, weil Rollifahrer dann vielleicht nicht wochenlang im Haus bleiben müssten so wie jetzt.
Schade, wie gesagt, denn das leichtsinnige Unglück wird letzten Endes noch nicht einmal durch ein Umdenken wenigstens einen Sinn erhalten. Und in einem Jahr interessiert sich niemand mehr für Samuel Koch. Monatelang um einen neuen Rollstuhl oder eine Kur betteln und kämpfen wie „normale“ Rollifahrer, oder am Ende des Monats Windeln sparen weil die Kasse nur eine gewisse Menge genehmigt, wird er allerdings nie müssen.