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Pfändungsbeschluss gegen Jobcenter -Wahnsinn -

Verfasst von: florian in: Dienstag, 2. Oktober 2007

Da sieht man wieder wie unsere Bürokratie ist. Ist es dann doch schon normal so mit Hartz IV Empfängern umzugehen? Man mag ja sagen was man möchte, aber als ich das gelesen habe, dachte ich: „in was für einem Staat leben wir denn eigentlich“.

Die Welt online zitiert mit der Überschrift: Pfändungsbeschluss gegen Jobcenter

Das Jobcenter Neukölln hat einer jungen Frau wochenlang Geld und Hilfe verweigert – trotz eines Urteils des Berliner Landgerichts. Erst als ein Vertreter eines Bürgervereins mit einem Pfändungsbeschluss vor dem Amt auftauchte und die Polizei alarmierte, zahlte das Amt. Der Fall ist ein Beispiel für die Wirrungen der Bürokratie, denen Hartz-IV-Empfänger immer wieder ausgesetzt sind.

Trotz eines Urteils des Berliner Sozialgerichts hat das Jobcenter Neukölln einer jungen Obdachlosen Geld und Hilfe verweigert. Erst als am Montag ein Vertreter eines Bürgervereins mit einem Pfändungsbeschluss über die der Frau zustehenden 277,60 Euro vor dem Amt auftauchte und die Polizei alarmierte, um die Ansprüche durchzusetzen, wies das Jobcenter die Nürnberger Zentrale der Bundesagentur für Arbeit an, das Geld zu überweisen.

Der Fall ist ein Beispiel für die bizarren Windungen der Arbeitsbürokratie, der Bezieher von Leistung nach Hartz IV immer wieder ausgesetzt sind. Die 19 Jahre alte Patrizia H. macht einen schwere Zeit durch. Erst setzte ihr Vater die Neuköllnerin auf die Straße. Und dann gelingt es der arbeits- und obdachlosen Frau nicht, sich die Hilfe zu sichern, die ihr nach dem Sozialgesetzbuch zusteht. Ohne die Unterstützung des Bürgerberatungs-Vereins VBMDU und dessen Vorsitzenden Patrick Schiffler müsste Patricia H. unter einer Brücke nächtigen.

Am 11. September wollte die junge Frau den Antrag auf Hilfsleistungen beim Jobcenter Neukölln stellen. Schiffler berichtet, die Mitarbeiter hätten den Antrag nicht angenommen, angeblich fehlten Unterlagen. Eine Woche später erhielt die Obdachlose, die inzwischen von Schiffler bei Bekannten untergebracht worden war, einen Notfalltermin, bei dem das Amt sich ihrer Zwangslage annehmen wollte. Der Termin: 11. Oktober, also mehr als drei Wochen später. Und sie erhielt als erste Hilfe der für die Betreuung von Jugendlichen zuständigen Jobcenter-Außenstelle an der Silbersteinstraße einen Lebensmittelgutschein über 30 Euro. Dass sie sogar eine Wohnung in Aussicht hatte, deren Kosten das Amt hätte übernehmen sollen, machte auch keinen Eindruck. […]

Eigentlich bin ich froh dass ich einen Job habe und so was nicht miterleben muss. Aber die Kraft die diese Menschen aufbringen müssen um etwas vom Staat zu bekommen ist enorm.

5 Antworten zu "Pfändungsbeschluss gegen Jobcenter -Wahnsinn -"

Eine andere dreiste Arbeitsamt-Story ist die, dass manchen arbeitssuchenden Frauen von ihren „Fall-Managern“ gesagt wird: „Wir haben keine Arbeit, warum werden Sie nicht schwanger?“ — Wahnsinn!

Mehr als Wahnsinn. Und was machen Männer die nicht schwanger werden können?

Kein Einzelfall, nur einer von sehr wenigen, die an die Öffentlichkeit kommen. Ich war gerade eben auch beim Jobcenter Neukölln, in der Sonnenallee. Es ging um eine Toatalsperre meines monatlichen Hartz IV Armengeldes, da ich Unterlagen nicht termingerecht bei brachte, die bei denen jedoch schon seit Monaten als Kopie in irgendeiner Schublade vergilben. Also brachte ich diese heute nochmalig als Original bei.
Glücklicherweise wurde nun die Überweisung des mir zustehenden Hartz IV Armengeldes veranlasst, welches jedoch wohl erst frühestens am Monatg den 5. Mai auf meinem Konto gutgeschrieben sein wird. Zum Überleben hat man mir einen schön auffällig, gelb leuchtenden Lebensmittelgutschein i.H.v. 30 € überreicht. Diesen werde ich wohl erst kurz vor Ladenschluss (am besten vermummt) einreichen, da ich mir doch ein Fünkchen Ehre und Selbstachtung bewahren möchte.
Meiner Meinung nach gehören diese „Gutscheine“ verboten, da diese, für mein Empfinden, einen tiefen Einschnitt in das allgemeine Persönlichkeitsrecht und der Wahrung der Intimsphäre darstellt. Dieses Land wird leider immer mehr zu einem gährenden Misthaufen, in dem nur mehr Großbonzen eine unantastbare Ehre zu haben scheinen, auch wenn sie straffällig werden, was offenbar immer mehr zu deren Gewohnheiten wird. Kein Wunder, in einem Staat, wo solche „Kleinigkeiten“ mit milden Geldstrafen und/oder grichtsinternen Absprachen und „Deals“ aus der Welt geschaffen werden.

Hallo an alle die diesen Beitrag lesen^^ Ja, allerdings ist das kein Einzellfall wie Rene Z. schon erwähnt hat. Laut einer Dokumentation die ich neulich gesehen habe gehen jährlich millionen Klagen beim Jobcenter ein. Es scheint sie ja herzlich wenig zu interessieren, naja bei so viel Geld wie sie durch ihre Geschichten sparen (Lass mich lüsche… glaub 3 Milliarden hat der gute Mann in der Doku gesagt) Hübsches Sümmchen oder? Wer soll sich denn da noch für Menschenrechte interessieren (ironisch gemeint) Nebenbei erwähnt für solche Ämter und deren Angestellten sind wir leider eh nur „irgendein“ Aktenzeichen, aber wehe es geht mal einen von ihnen so. Was ich eigentlich sagen wollte, ich bin da auch keine Ausnahme, ich bin Schwerbehindert (60%) und habe sehr große andere Probleme, wobei ersteres eigentlich schon reicht. Mir verweigert das Jobcenter nun schon seit geschlagenen 2 Monaten das Geld und die Hilfeleistungen die mir zustehen würden. Vielleicht kommt es ja dem ein oder anderen bekannt vor: Fehlende Unterlagen und Nachweise. Diese hatte ich am Tag der Antragsstellung schon dabei, damals hieß es jedoch: „nein, das brauchen mir nicht“ Jetzt ist mir mittlererweile klar geworden warum… jedes einzelne Schriftstück einzeln nachfordern und somit Zeit schinden wahrscheinl. solange bis der Antragssteller nachgibt. Der größte Knaller war jedoch dass, die Angestellten dort mir nachsagten dass die angefordeten Unterlagen, die ich 1 Tag nach der Anforderung direkt in den Briefkasten vor dem Jobcenter geworfen hatte scheinbar erst 3 1/2 Wochen später ankamen. „hmmm?“ dacht ich mir und hab dort erst mal angerufen und nachgefragt wie sowas denn sein kann, darauf meinte eine der Angestellten knallhart zu mir:“SIE LÜGEN! Bei UNS passiert so etwas nicht!“ Tja sicher hat der ein oder andere der das hier liest schon selbst ähnliches mitbekommen und es wird auch leider nicht weniger. Tja, genug ausgeheult ;-) das Leben geht weiter.

wieso pfandung

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